Highspeed-Spitzenreiter
Südkorea und Japan stehen beim Glasfaserausbau ganz vorne. Beide Länder versorgen den Großteil ihrer Haushalte über FTTH-Anschlüsse, sogar in ländlichen Gebieten.
Open-Access als Erfolgsmodell
Schweden zeigt, wie Breitbandausbau gelingen kann: Anbieter teilen sich die Glasfasernetze lokaler Carrier — ein Modell, von dem Deutschland lernen kann.
Was versteht man unter Internet Ausbau?
Der Internet Ausbau beinhaltet die Erweiterung und Verbesserung aller Breitbandanschlüsse im Land. Bei einem Breitbandanschluss handelt es sich um den Zugang zum Internet von Ihrer Wohnung oder einem Endgerät. Um einen Breitbandanschluss herzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- DSL/VDSL/ADSL Kupferkabel
- TV-Kabel
- Glasfaser
- LTE, 5G
Die Geschwindigkeit, mit der die Daten übertragen werden, hängt vom gewählten Breitbandanschluss und dem gebuchten Internettarif ab. Je höher die Bandbreite, desto schneller werden die Informationen übertragen.
Der Ausbau des Breitbands ist in vielen Ländern weltweit ein wichtiges Thema, denn der Zugang zum Internet wird in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung zunehmend relevanter. Wir möchten im Folgenden näher auf den Stand des Breitbandausbaus weltweit eingehen und einen Vergleich zum Stand in Deutschland vornehmen.
Internet Ausbau im Vergleich: Breitbandanteil in Deutschland
Wie bereits erwähnt, hinkt Deutschland in Sachen Ausbau des Breitbandnetzes im weltweiten Vergleich ziemlich hinterher. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur beschäftigt neben Bürger/innen und Telekommunikationsunternehmen auch die Politiker/innen. Denn dank schnellem Internet verbessert sich nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
Um den Breitbandausbau in Deutschland voranzutreiben, wurden zahlreiche Förderprogramme initiiert. Doch trotz der vielen Bemühungen gibt es in Deutschland noch immer viele Orte mit langsamen oder fehlendem Internetempfang.
Wie sind die Breitbandunterschiede innerhalb Deutschlands? Besonders im bundesweiten Vergleich sieht man enorme Unterschiede beim Internet Ausbau. Während in Hamburg und Berlin das Internet am besten ist, herrscht vor allem in Süddeutschland häufig kein Empfang. Vor allem in ländlichen Regionen sind die sogenannten "weißen Flecken" noch immer ein großes Problem.
All das bestätigen auch verschiedene Meldungen der Bundesnetzagentur im Frühjahr 2024. Demnach geht der Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland ersichtlich zu langsam, weshalb die Bundesnetzagentur mit Bußgeldern pro unterversorgten Standort drohte.
Internet Ranking weltweit: Wo gibt es den höchsten Glasfaseranteil?
Laut einer Statista Auswertung (Stand Dezember 2021) liegt im weltweiten Vergleich Südkorea ganz vorne, was den Ausbau der digitalen Infrastruktur angeht. Demnach verfügen Haushalte in Südkorea über eines der schnellsten und zuverlässigsten Internetnetze dank Glasfaseranschlüssen bis ins Haus (FTTH).
Dicht dahinter befindet sich Japan. Auch in Japan ist der Großteil der Haushalte über Glasfaser an das Breitbandnetz angeschlossen. Sogar auf ländlichen Gebieten wird die digitale Infrastruktur zunehmend ausgebaut.
Deutschland liegt in der Statistik hingegen im letzten Viertel. In anderen Worten bedeutet das, dass Deutschland einen geringen Glasfaseranteil hat und es dringend Aufrüstungen bedarf.
| Position | Land | Stärke beim Glasfaserausbau |
|---|---|---|
| 1 | Südkorea | Eines der schnellsten und zuverlässigsten Internetnetze weltweit dank FTTH |
| 2 | Japan | Großteil der Haushalte über Glasfaser angeschlossen, auch in ländlichen Gebieten |
| 4 | Schweden | Über 80 % der Haushalte mit Glasfaser (FTTH oder FTTB) |
| — | Frankreich | FTTH-Abdeckung von 63 % (rund 18 Millionen Haushalte) |
| Letztes Viertel | Deutschland | Geringer Glasfaseranteil, dringender Aufrüstungsbedarf |
Glasfaserausbau im weltweiten Vergleich
Anteil der Glasfaseranschlüsse an allen Breitbandanschlüssen, in %
Stand Dezember 2021
Quelle: Anteil von Glasfaseranschlüssen an allen stationären Breitbandanschlüssen in den Ländern der OECD im Dezember 2021, Statista, Juli 2024.
Bekannte Strategien zum Internet Ausbau weltweit
Wie wird der Internet Ausbau weltweit realisiert? Um Ihnen die aufgeführte Statistik verständlicher zu erläutern, lohnt es sich, einen Blick in die Breitbandstrategien einzelner Länder zu werfen.
Besonders von Projekten in Frankreich, Schweden oder Australien haben Sie womöglich in den letzten Jahren gehört. Erfahren Sie nachfolgend mehr.
Frankreich verfolgt weiterhin die Breitband-Initiative
Die digitale Infrastruktur in Frankreich hat sich in den letzten Jahren um einiges verbessert, nicht zuletzt durch das nationale Breitbandprogramm "France Très Haut Debit". Dadurch konnte erreicht werden, dass aktuell im ganzen Land eine hohe Breitbandverfügbarkeit vorherrscht. Im Rahmen des Plans verpflichtete sich Frankreich, bis 2024 alle Haushalte mit mindestens 30 Mbit/s auszustatten.
Bis 2025 soll zudem der Anteil an Glasfaser in Frankreich 100 % betragen. Der aktuelle Stand zeigt allerdings, dass das Tempo des Glasfaserausbaus auch in dicht besiedelten Gegenden nachgelassen hat. Die Versorgung mit Glasfaser bis ins Haus (FTTH) liegt in Frankreich bei 63 % und erreicht damit rund 18 Millionen Haushalte.
Laut dem DESI Report 2024 für Frankreich verzeichnet das Land im Bereich Mobilfunknetz-Ausbau eine über 99 %-ige Abdeckung mit 4G. Dies ist auf die Umsetzung der Ausbauverpflichtungen der vier großen Netzbetreiber Orange, SFR, Bouygues Telecom und Free Mobile seit 2018 zurückzuführen. Die 5G-Abdeckung in Frankreich beläuft sich auf 74 %.
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Internet Ausbau in Schweden: Land setzt auf Open-Access-Modell
Schweden zählt ebenfalls zu den führenden Ländern beim Internet Ausbau weltweit und belegt im weltweiten Vergleich Platz vier. In Schweden sind Breitbandanschlüsse inzwischen ein Grundrecht, das jedem Bürger zusteht. Die schwedische Regierung hat in den letzten Jahren viel investiert, um auch ländliche Gebiete an das Breitbandnetz anzuschließen.
Demnach sollen in Schweden inzwischen über 80 % der Haushalte mit Glasfaser (FTTH oder FTTB) ausgestattet sein. Die Versorgung übernehmen zum Großteil lokale Carrier, da Sie über die Hälfte des Glasfasernetzes einnehmen.
Was sich Deutschland in Sachen Breitbandausbau abschauen kann, ist der schwedische Erfolg mit einem Open-Access-Modell. Dabei besitzen viele Dienstleister kein eigenes Netz, sondern vermarkten ihre Internetprodukte auf den Glasfasernetzen der lokalen Carrier.
Internet Ausbau in Australien: Über das Scheitern des NBN Projekts
Auch im außereuropäischen Raum, konkret in Australien, wird der Breitbandausbau vorangetrieben. Da das Land von vielen ländlichen Gebieten dominiert ist, gestaltet sich der Ausbau zu einer besonderen Herausforderung. Die australische Regierung hat in den letzten Jahren viel in den Internet Ausbau investiert, um auch ländliche Gebiete an das Breitbandnetz anzuschließen.
Ein großes Infrastrukturprojekt im Jahr 2009, das sogenannte "National Broadband Network (NBN)", sollte bis 2021 eine flächendeckende Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung in ganz Australien sicherstellen. Hierfür war die Rede von rund 20 Milliarden Euro Investitionen. Durch den Machtwechsel in Canberra im Jahr 2013 wurde jedoch die Priorität wieder auf Internet via TV- und Kupferkabel gesetzt.
Der Glasfaserausbau ist weiterhin ein umstrittenes Thema in Australien. Es häufen sich die Beschwerden über nicht-eingehaltene Geschwindigkeiten. Einige Orte verfügen zwar über einen Glasfaseranschluss bis zu einem Knotenpunkt. Ab dort sind jedoch bis zum Haus der Bürger/innen veraltete Kupferkabel verlegt. Die digitale Zukunft Australiens ist also weiterhin unklar.
Wer finanziert den Internet Ausbau weltweit?
Es ist naheliegend, dass für den Ausbau des Breitbandnetzes und die Aufrüstung mit Funkmasten entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen müssen. Die Förderungskosten belaufen sich dabei auf Summen in Millionen- bis Milliardenhöhe.
Da in Deutschland die Investitionen in den Internet Ausbau größtenteils von den Netzbetreibern getragen werden, nennen diese unter anderem fehlende Geldressourcen als Grund für die Verzögerungen des Ausbaus. Lediglich etwa 25 % der Kosten werden durch Fördermittel vom Bund übernommen.
Folgende Parteien können sich allgemein finanziell am Ausbau des Breitbands beteiligen:
- Regionale Telekommunikationsanbieter
- Regierung durch Förderprogramme
- Internationale Organisationen
- Private Investoren
Wir hoffen, dieser Einblick in den Internet Ausbau weltweit konnte Ihnen die internationalen Unterschiede näherbringen. Unsere Experten von DSL-Ratgeber beraten Sie gerne telefonisch bei offenen Fragen zum Thema Internet, Breitbandanschlüsse oder einem Anbieterwechsel.
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Häufig gestellte Fragen zum Internet Ausbau weltweit
Laut einer Statista Auswertung (Stand Dezember 2021) liegt Südkorea beim Glasfaserausbau (FTTH) ganz vorne. Dicht dahinter folgt Japan, ebenfalls mit einem Großteil der Haushalte über Glasfaser angeschlossen. Schweden belegt Platz vier.
Deutschland liegt in der OECD-Statistik im letzten Viertel und hat einen geringen Glasfaseranteil. Vor allem in ländlichen Regionen sind die sogenannten "weißen Flecken" noch immer ein großes Problem.
Beim schwedischen Open-Access-Modell besitzen viele Dienstleister kein eigenes Netz, sondern vermarkten ihre Internetprodukte auf den Glasfasernetzen der lokalen Carrier. Über 80 % der Haushalte sind so mit Glasfaser (FTTH oder FTTB) ausgestattet.
Das NBN ist ein australisches Infrastrukturprojekt aus dem Jahr 2009, das bis 2021 eine flächendeckende Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung sicherstellen sollte. Geplant waren rund 20 Milliarden Euro Investitionen. Durch den Machtwechsel 2013 wurde die Priorität jedoch wieder auf Internet via TV- und Kupferkabel verschoben.
Die 5G-Abdeckung in Frankreich beläuft sich auf 74 %. Beim 4G-Mobilfunknetz erreicht das Land sogar eine über 99 %-ige Abdeckung — dank der Ausbauverpflichtungen der vier großen Netzbetreiber Orange, SFR, Bouygues Telecom und Free Mobile.
Die Investitionen werden größtenteils von den Netzbetreibern getragen. Lediglich etwa 25 % der Kosten werden durch Fördermittel vom Bund übernommen. Allgemein können sich regionale Telekommunikationsanbieter, die Regierung, internationale Organisationen und private Investoren am Ausbau beteiligen.